Jugendhospiz - Informationen

Großbildansicht Im Garten des Jugendhospizes


Informationen zum ersten deutschen Hospiz
für Jugendliche und junge Erwachsene














Warum?

Aufgrund des medizinischen und medizin-technischen Fortschritts werden die erkrankten Kinder, die noch vor wenigen Jahren aufgrund ihrer Erkrankung im Kindesalter verstarben, heute Jugendliche und junge Erwachsene.

Für diese Jugendlichen und für junge Erwachsene mit einer unheilbaren Neuerkrankung gibt es in Deutschland keine Hospizeinrichtung, die den speziellen Bedürfnissen hinsichtlich der Erkrankungen, der psychosozialen Begleitung oder der räumlichen Wünsche dieser jungen Menschen entspricht.

In England (dem Ursprungsland der Hospiz- und Kinderhospizidee) wurden bereits vor Jahren spezielle Jugendhospize eröffnet.


Großbildansicht Der Eingangsbereich Foto: Jörg Lange

Ein eigenständiges Gebäude

Das Jugendhospiz Balthasar ist ein eigenständiges, helles, freundliches und wohnlich gestaltetes Haus mit vier Plätzen für Jugendliche und junge Erwachsene in Angrenzung an das bisherige Kinderhospiz.




Kurzbeschreibung:

Erdgeschoss:
Das Jugendhospiz ist mit einer Durchgangsmöglichkeit an das Kinderhospiz gebaut, in deren Bereich ist auch ein Pflegedienstplatz eingerichtet. Neben den Jugendzimmern ist ein Aufenthaltsbereich mit Küche und Kamin, dazu die notwendigen sanitären Anlagen (Pflegebad, Pflegearbeitsraum etc.).

Obergeschoss:
Hier gibt es 3 Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern und Angehörige. Zusätzlich ist dort ein großer Besprechungsraum, in dem neben Supervisionen und Mitarbeiterbesprechungen auch Besuchergruppen empfangen werden können.

Großbildansicht Im Bewegungsraum unterwegs

Untergeschoss:
Mit direkter, barrierefreier Anbindung/ Anfahrt ist hier der Eingangsbereich. Ebenfalls im Untergeschoss befindet sich ein Werkraum sowie ein Bewegungsraum.


Inhaltliche Arbeit
Pädagogische Arbeit in einem Jugendlichhospiz ist eine prozessorientierte Unterstützungsarbeit. Sie setzt bei den aktuellen Bedürfnissen der Jugendlichen an und kommt deren Bestreben nach größtmöglicher Selbständigkeit entgegen.

Mit der Diagnose einer unheilbaren Erkrankung ist oft eine Identitätskrise verbunden. Jugendliche, die gerade dabei sind, sich vom Elternhaus abzunabeln, berufliche und private Perspektiven entwickeln, geraten durch die Diagnose oder eine bereits seit dem Kindesalter bestehenden - und weiter vorangeschrittene - Erkrankung wieder zusehends in eine immer größer werdende Abhängigkeit von den Eltern oder anderer Bezugspersonen. Sie verlieren so ihre - besonders in der Adoleszenz wichtigen - Freiräume und ihre gerade beginnende Selbstständigkeit. Die Jugendlichen müssen Gewohntes oder bereits Begonnenes aufgeben, soziale Kontakte, auch aus der schulischen oder beruflichen Ausbildung u.ä. werden weniger oder brechen ab und der Verlust körperlicher oder geistiger Fähigkeiten nimmt zu. Daher wird in einem Jugendhospiz möglichst viel Eigenart und Individualität zugelassen. Die Begleitung erfolgt so lange, wie es die Betroffenen selbst wünschen, meistens bis zum Versterben.

Großbildansicht Trauerspirale

Für wen?

Für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren, die
·an einer unheilbaren Krankheit leiden, deren Diagnose bereits im
Kindesalter gestellt wurde
·die Erstdiagnose im jungen Erwachsenenalter erhalten haben und die
keinen Zugang zu einem Erwachsenenhospiz finden.

Die Aufnahme und Begleitung im Jugendhospiz erfolgt nicht nur in der unmittelbaren, letzten Lebensphase, sondern bereits ab der Diagnose für einige Wochen im Jahr.

Wer?

Das erste Jugendhospiz Deutschlands ist in der Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO), die auch Träger des Kinderhospizes Balthasar ist. Die Mitarbeiter des Kinderhospizes sind bereits ausgebildet in dem Bereich Trauerbegleitung und verfügen über mehrjährige Kenntnisse im Umgang und der Pflege von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen.

Finanzierung?

Der Neubau des Jugendhospizes hat ca. 1,9 Millionen Euro gekostet. Davon wurden 500.000 Euro von der Stiftung Deutsches Hilfswerk und 400.000 Euro von der Stiftung Wohlfahrtspflege übernommen.

Die Versorgung der Jugendlichen und die Unterhaltung des Jugendhospizes bleiben dagegen zu 70% von Spenden abhängig.
Wie im Kinderhospiz auch, wird der Aufenthalt nur teilweise aus Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege (Krankenkasse), des überörtlichen Sozialhilfeträgers oder über Hospizleistungen (§39a, SGB V) bezahlt.


Wann?

Großbildansicht West-Ansicht
Die ersten Gäste besuchten das Jugendhospiz im Januar 2009.
Am 18. April 2009 wurde die Einrichtung offiziell eröffnet.




   
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